Pat Appleton

Sängerin Pat Appleton

Interview mit Pat Appleton (ca. 23 Minuten)

„Mittendrin“ - Ein starkes Album von Pat Appleton

(be) Nach vielen Jahren als gefeierte Sängerin von De-Phazz, vom Bahama Soul Club und anderen Projekten hat sich Pat Appleton nicht nur in der deutschen Musikszene einen hervorragenden Ruf erworben. Seit ihrem „Mambo Craze", mit dem sie im Jahr 2000 De-Phazz zum internationalen Durchbruch und großem kommerziellen Erfolg verholfen hat, steht sie im Blickpunkt des Interesses und erntet von allen Seiten große Anerkennung. Mit De-Phazz tourt das sympathische Energiebündel bis heute durch die ganze Welt und spielt vor großem Publikum. Ihre stimmliche Bandbreite reicht von leisen chansonartigen Titeln bis hin zu rockigen Nummern. Das Pat Appleton trotz all dieser Qualitäten immer noch so etwas wie ein Geheimtipp ist, überrascht.

Nachdem ihr lange das Prädikat „Lounge-Queen“ anhaftete, beschloss die Sängerin 2007 ihren eigenen Musikstil auszuloten und veröffentlichte ihr erstes Soloalbum mit dem Titel „Whats next“. Die elf Titel dieses Albums hatten es in sich. Ein starkes Debüt als Solokünstlerin. Zahlreiche Ohrwürmer waren dabei, natürlich gute Texte und eine Hommage an Berlin. Hier lebt Pat Appleton als Wahlberlinerin seit einigen Jahren im Kreuzberger Kiez und genießt es immer wieder, von anstrengenden Tourneen in ihre schöne Altbauwohnung zurückzukehren.

Sängerin Pat Appleton aus Berlin

Pat Appleton - Foto: Katja Kuhl

Starke Musik und herausragende Texte

2010 begann die Sängerin mit Schritt zwei der musikalischen Selbstfindung. Ideen für ein Album in deutscher Sprache reiften heran und nach Monaten intensiver Arbeit im stillen Kämmerlein und im Studio liegt nun das Resultat in Gestalt des Albums „Mittendrin“ vor uns. Wieder begegnen wir einem Sound mit Ohrwurmqualitäten, bestens aufgenommen im p1 Studio in der Berliner Nalepastraße. (Den schönsten Klang genieße ich übrigens im Auto und da meine ich „mittendrin“ in einem Klub zu stehen. Klasse!) Sprachlich wird mit den überwiegend von Pat Appleton selbst geschriebenen Titeln eine Klasse präsentiert, die im deutschen Liedgut ihresgleichen sucht. Pat hat etwas zu sagen und es macht richtig Spass, ihr zuzuhören! Die deutsche Sprache mit ihren Worten zu erleben, ist ein Genuss! Dabei gelingt es der Künstlerin konsequent, allen abgedroschenen Phrasen, die man schon tausendmal irgendwo gehört hat, aus dem Weg zu gehen. "Ich habe mein Leben durchforstet nach schönen, unbeschwerten oder auch witzigen Momenten und daraus sind die Texte entstanden. Lieder über Liebe, Zweifel, Zorn und Glück: über die ganz alltäglichen Gedanken, die man sich macht, wenn man sich in der heutigen Zeit bewegt."

Klebrige Kavaliere,
zu lieb um wahr zu sein
verhuschte Betatiere
ach, lasst mich doch allein

Aus dem Lied „Laue Suppe“

Eigentlich ist das schon so etwas wie vertonte Literatur. Song für Song ein Erlebnis, wohl ahnend, dass hinter dieser Leichtigkeit der Worte harte Arbeit steckt. Keine Angst, die Musik kommt keineswegs zu kurz. Von rockigen Nummern (Männer ohne Pferd) bis zu chansonartigen Stücken, die an Hildegard Knef erinnern (Laue Suppe), präsentiert Pat Appleton auf diesem Album mit ihrer grandiosen Stimme wieder ihre ganze faszinierende Bandbreite.

Unsere Meinung: Ein besonders empfehlenswertes und sehr persönliches Album! Sollte man haben! Wenn sich die Gelegenheit bietet, Pat Appleton unbedingt auch live erleben!

Mehr über das neue Album und Pat Appleton erfahren Sie in unserem Interview. (ca. 23 Minuten)



Biografie von Pat Appleton

- geboren in Aachen als Tochter einer Deutschen und eines Architekten aus Liberia

- mit sechs Jahren Umzug ins westafrikanische Liberia

- mit 18 Rückkehr nach Deutschland, Studium der Politikwissenschaften in Heidelberg

- 1999 Aufgabe des Studiums, um bei De-Phazz als weibliche Hauptstimme, Texterin und Komponistin mitzuwirken

- im selben Jahr noch gelingt dem Bossa-Jazz-Soul-Kollektiv mit dem zweiten Album „Godsdog“ der Durchbruch in Deutschland und Zentraleuropa

- top20 des Albums Death By Chocolate“ (2001), Echo-Nominierung, Europa-Tour

- #9 von Nachfolger „Daily Lama“ in den MC-Albumcharts, 2-fache Echo-Nominierung

- bis heute zehn erfolgreiche Jahre mit De-Phazz und zahlreiche Konzerttouren in Europa, Russland und Kanada

- bisher acht veröffentlichte Alben von De-Phazz, letztes Album „lala 2.0“ (2010)

- seit 2003 Gastauftritte und Mitarbeit an vielen Projekten und unterschiedlichen Veröffentlichungen, u.a. Jazzkantine, The Bahama Soul Club, Nighthawks, Ministry Of Sound, Airmate

- 2007 Solo-Debüt mit Album „What’s next?“

- 28. Januar 2011 Veröffentlichung ihres zweiten Solo-Album „Mittendrin“, erstmalig singt sie auf deutsch


Fotos: Katja Kuhl

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