Lyambiko
Kurzinterview 2010
In Lyambikos Welt: "Something like reality"
Rechtzeitig zum zehnjährigen Bühnenjubiläum präsentiert Lyambiko ihr neuestes Album mit dem Titel „Something like Reality.“. Ausschnitte daraus konnte man unlängst bei ihrem begeistert aufgenommenen Konzert im Postbahnhof erleben.
Ich bin kein Musikkritiker und bitte deshalb um Nachsicht, wenn ich die Musik von Lyambiko „nur“ aus der Sicht eines normalen Musikkonsumenten kommentieren kann. Jazzfachleute oder „Kritiker“ (zum Beispiel bei Amazon) reiben sich ja gerne an der charismatischen Sängerin. Die Beurteilungen schwanken zwischen Ablehnung und totaler Begeisterung. Machen wir es kurz, ich gehöre klar zu den Begeisterten!
Beim Konzert im Postbahnhof präsentierte sich eine weiter gereifte Künstlerin mit gewohnt fantastischer Stimme und perfekt abgestimmter Band. In dem anderthalbstündigen Konzert konnte man Lyambikos Welt erleben und bekam eine eindrucksvolle stimmliche und musikalische Vielfalt geboten, die von der Künstlerin konzentriert und souverän dargeboten wurde. Lyambikos Stimme kann „rauh“ klingen, aber auch extrem soft und verträumt.
Nach dem Konzert traf ich Lyambiko noch zu einem kurzen Interview im Backstagebereich. „Wir haben heute viel Spaß gehabt auf der Bühne“ sagte sie gutgelaunt. Nach der letzten CD „Saffronia“, eine Hommage an Nina Simone, hatten die Band und ich das dringende Bedürfnis auch eigene Songs zu präsentieren“.
Neben Titeln aus der Feder der Mitmusiker Marque Lowenthal (Piano), Robin Draganic (Bass) und Heinrich Koebberling (Schlagzeug) sowie einem Song von Finn Wiesner, einem mit der Band befreundeten Saxophonisten, finden sich beseelte Versionen von Earl Brent und Matt Dennis' legendärem “Angel Eyes”, Nat Adderleys Old School Swing-Klassiker “Work Song”, Tracy Chapmans sozialkritischem Folk Song “Crossroads” und Chris Cornells (Soundgarden) psychedelischem Grunge-Hit “Black Hole Sun” auf der neuen CD.
"Für mich war es wichtig, dass das Album groovt, nicht zu abgefahren ist, ein bisschen in Richtung Soul und Pop geht und einige Balladen hat”, erzählt LYAMBIKO. “Die Musik spricht für sich. Sie ist weder gefällig, noch smooth, sie hat ihre Ecken und Kanten - so wie ich.”
“Something Like Reality” ist der Versuch, die Realität in all ihren Facetten zu greifen, und die Schnittmengen, die beim Aufeinandertreffen der Menschen entstehen, musikalisch umzusetzen. Auch LYAMBIKO profitiert von solchen Begegnungen: “Dieses Album ist auch deswegen so besonders, weil wir mit Bläserarrangements gearbeitet haben. Ich war noch nie mit so vielen Leuten zusammen im Studio”, erinnert sich die Ausnahmekünstlerin. „Das war eine tolle Erfahrung und heikel dazu, denn ich wollte keinesfalls den LYAMBIKO-Sound dafür opfern.” Fette Bigbandklänge wären ihrer Meinung nach “zu affektiert” gewesen, es brauchte “sparsamere, unkonventionellere Arrangements”.
Interview 2008 - Lyambikos Geschichte
Älterer Archivbeitrag:
Tansanische Wurzeln
Seit Lyambiko, die gebürtige Thüringerin mit tansanischen Wurzeln, 2001 erstmals auf der Bühne des Berliner „Atalante“ in der Reihe „the new school of cool“ aufgetreten ist, hat sich ihre Karriere beachtlich entwickelt. Sie gastierte unter anderem auch in den USA, dem Mutterland des Jazz. Nach einem Gastspiel mit ihrem Trio wurde sie im „Boston Globe“ zu den zehn besten Live-Ereignissen des Jahres gewählt – neben Dave Brubeck und Wayne Shorter.
Wir dürfen die sympathische Künstlerin in ihrer Pankower Wohnung besuchen. Es gibt selbstgebackene Muffins und während des Interviews schläft Töchterchen Martha (2 Monate alt) ganz ruhig in Lyambikos Armen.
In unserem Interview (Länge ca. 20 Minuten) erfahren sie mehr über Lyambiko.
Lyambikos Homage an Nina Simone
Nach ihrem letzten Erfolgsalbum „Inner Sense“, auf dem sie einmal mehr ihre musikalische Vielseitigkeit mit Jazz-Klassikern und Pop-Hits unter Beweis stellte, erweist Lyambiko auf ihrem sechsten Album „Saffronia“ der amerikanischen Jazz-Ikone Nina Simone ihre Referenz.
Unter den elf ausgewählten Songs, die Lyambiko mit ihren langjährigen Partnern Marque Lowenthal (Klavier), Robin Draganic (Bass) und Heinrich Köbberling (Drums) eingespielt hat, finden sich berühmte Simone-Ohrwürmer wie „My Baby Just Cares For Me“, „Don`t Let Me Be Misunderstood“ und „Don`t Smoke In Bed“.
Doch nicht allein Nina Simones vokale Urwüchsigkeit, sondern auch ihr politisches Engagement fasziniert Lyambiko seit jeher. So hat sie mit „Four Women“ genauso Simones bekannte Anti-Rassismus-Hymne aufgenommen, wie Lyambiko sich in „Mawe Mawe / I Sing Just To Know That I`m Alive“ zu ihren afrikanischen Wurzeln bekennt.
Das Album "Saffronia" kletterte im Mai 2008 auf Platz 3 der Deutschen Jazz Charts. Das Album "Inner Sense" wurde mit dem Jazz Award ausgezeichnet.
Homepage der Künstlerin
