Sonia de Oliveira
Sonia de Oliveira fühlt sich in Berlin und Brasilien zuhause
Sonia de Oliveira im Interview (ca. 17 Min.)
Brasilianische Fee mit unerschöpflicher Energie
Sonia beim Karneval (Foto: berlinav)
Sonia de Oliveira wird in einer kleinen Stadt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren. Der einst märchenhafte Reichtum dieser Region - mit Gold- und Silberminen und unermesslichen Edelsteinvorkommen - schuf barocke Bilderbuchstädte, von denen heute eine zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
Die traditionell bewahrte handwerkliche Geschicklichkeit und der Fleiß der Menschen in ihrer Heimatstadt hat Sonia entscheidend geprägt: Schon früh übt sich die Tochter einer Familie aus ärmlichen Verhältnissen in kreativer Improvisation und filigraner Handarbeit. Sie tanzt sie mit selbstgebastelten Puppen zu den Akkordeon-Klängen ihrer Mutter, die immer wieder von den musikalischen Talenten ihrer Großeltern und Geschwister schwärmt.
Mit 12 Jahren verläßt Sonia ihre Heimatstadt und geht nach Rio de Janeiro, um dort ein Gymnasium zu besuchen. Sie wechselt dann zum Lyzeum für Moderne Kunst und belegt dort Tanz und Theater als Schwerpunktfächer.
Engagement für Kinder in Brasilien Fotos: Oliveira
1. Sambaschule Berlins
Nach einer Aufnahmeprüfung nimmt sie an der Universität das Studium der Medizin auf. Da soetwas wie Bafög in Brasilien unbekannt ist und hohe Studiengebühren zu entrichten sind, muß sie täglich noch 6 Stunden jobben. - Aufgrund der Doppelbelastung bricht sie das Studium schließlich ab. - Die wichtigste Erfahrung dieser zwei Jahre sind für sie die studienbegleitenden Projekte mit Amazonas-Indianern und mit Kindern in den Favelas von Rio.
Ihr Interesse an den romanischen Sprachen und Kulturen Europas wird für sie Anreiz zu einer 4-monatigen Rundreise durch Italien - finanziert über die Präsentation von Modellkleidern und Bademoden einer namhaften italienischen Agentur.
Mit dem Esprit Rios kommt sie schließlich nach Berlin, wo sie 1996 die 1. Sambaschule Berlins gründet. AMASONIA wird schon bald durch einzigartige Choreographie und phantastische Kostüme über die Grenzen Berlins hinaus berühmt. Als Sonia 1997 als erste Künstlerin zum Karneval der Kulturen einlädt, folgen mehr als 400 Tänzerinnen und Tänzer ihrem Ruf zur "Danca na Rua" auf den Straßen Kreuzbergs.
Mit viel Engagement und persönlichen finanziellen Opfern beteiligt sich Sonia de Oliveira gemeinsam mit Tänzerinnen und Tänzern von Amasonia Jahr für Jahr am Karneval der Kulturen. Alle teilnehmenden Gruppen dieser für die Stadt so bedeutungsvollen und wichtigen Veranstaltung müssen ihre Auftritte dort übrigens ohne Zuschüsse selber finanzieren. 2007 mußte Sonia ihre Teilnahme am Karneval aus finanziellen Gründen absagen und in diesem Jahr fand sich mit der Marheineke-Markthalle erst in letzter Minute ein Sponsor.
Quelle: Sonia de Oliveira



