Peter Schubert - Maler

Der Berliner Maler Peter Schubert

Peter Schubert vor der von ihm gestalteten Decke der Großen Orangerie

Der Berliner Maler Peter Schubert

Die Werke des Berliner Malers Peter Schubert üben eine große Faszination auf den Betrachter aus. Man kann in sie abtauchen, sich von den Formen und Farben einsaugen lassen. „Sie führen einen dramatischen Dialog zwischen Hell und Dunkel. Die dynamischen Bewegungen der Formen sowie der Wechsel scharfer und unscharfer Konturen suggerieren ein bedrängendes, labyrinthisches Raumbild“, schrieb der bekannte Berliner Kunstkritiker Heinz Ohff über Peter Schuberts Arbeiten. Das Licht bildet den stärksten Faktor der Bildkompositionen; Licht und Schatten schaffen die Magie der schubertschen Bilder. Die Dunkelheit in vielen seiner Bilder scheint alles zu umgreifen; Sichtbares, für einen kurzen Moment beleuchtet, scheint gleich wieder im diffusen Schattenspiel oder im unheimlichen Dunkel zu verschwinden. Das Sichtbare wird zum Teil des Unsichtbaren und umgekehrt.

Schon als 13jähriger Junge war Peter Schubert von der Hell-Dunkel-Malerei der Renaissance beeindruckt, Maler wie Tintoretto oder Caravaggio faszinierten ihn früh. Mit achtzehn Jahren studierte der 1929 in Dresden geborene Künstler an der dortigen Kunstakademie bei Prof. Rudolph. Weitere Stationen seiner Biografie sind Paris, mit einem Studium bei Fernand Leger und seine Zeit als Meisterschüler bei Prof. Hans Uhlmann an der Akademie der Künste in Berlin. Stark beeinflusst wurde Schubert von Venedig, einem der wichtigsten Zentren manieristischer Kunst. Unzählige Male hat der Künstler Venedig besucht und sich vom Fluidum dieser Stadt inspirieren lassen.

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Eine glückliche Fügung brachte Schubert zur Deckenmalerei. Seine Werke waren längst durch zahlreiche Ausstellungen aufgefallen und Prof. Dr. Sperlich, damals Direktor der Schlösser und Gärten Berlin, wollte unbedingt, daß Peter Schubert die Decke des Mittelsaales der Orangerie des Schloß Charlottenburg gestaltet. 10 Jahre vergingen, bis die Mittel bereitstanden und Schubert tatsächlich mit den Entwürfen für dieses Werk beginnen konnte. 1977 wurde die Deckenmalerei der Orangerie vollendet und von der Fachwelt sehr gut aufgenommen. Obwohl weitere Aufträge für Deckengemälde noch Jahre auf sich warten ließen, war die Orangerie in Berlin der Einstieg Peter Schuberts in dieses Metier.

“Deckenmalerei wird erfahrungsgemäß nicht so intensiv betrachtet wie ein Gemälde. Sie wird eher unbewusst wahrgenommen und sollte einen Raum unaufdringlich schmücken wie dezente musikalische Klänge“, erklärt mir Peter Schubert bei einem Atelierbesuch. In seinem Atelier entstehen unter anderem die maßstabgetreuen Entwürfe für bis zu mehrere hundert Quadratmeter großen Deckenbilder. Diese Werke dann mit Keimschen Mineralfarben vor Ort auf den Raum zu übertragen, erfordert ein hohes Maß an Erfahrung im Umgang mit dem Material und der Fläche.

Durch viele, seit der Orangerie in Berlin geschaffene Deckenbilder haben auch die Gemälde Peter Schuberts eine neue Dimension gewonnen. Die suggestive, abstrakte Malerei erneuert sich. Es fließt ein Hauch von epischem Geist in die Bilder ein; sie werden heller und nuancenreicher, ohne dass sie aber an Dynamik und Intensität verlieren.

In den letzten zwanzig Jahren entstanden zahlreiche Werke in Europa und Nordamerika. So hat Schubert Geschaftshäusern, Theatern, Botschaften oder auch religiösen Gebäuden wie dem Priesterseminar in Augsburg mit seinen Deckenbildern eine unverwechselbare Note verliehen. Sein jüngstes Projekt war ein Auftrag für ein Deckengemälde in der evangelischen Kirche in Damsdorf/Brandenburg. Auch das Altarbild der Kirche wurde von Peter Schubert gestaltet.

Chr. Becker