Berliner Literatur
Berliner Literaturpreis für Sibylle Lewitscharoff
Für ihr "ungemein dichtes und originelles Prosawerk" wurde die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff jetzt mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet. Der Regierende Bürgermeister: "Mit Sibylle Lewitscharoff reiht sich
eine weitere, aller Ehren werte Autorin in die Galerie der bisher mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichneten Schriftsteller ein. Die Auszeichnung stößt zu meiner großen Freude auf wachsendes Interesse. Das spricht für das zunehmende Ansehen des Preises und für das Renomee Berlins als Literaturmetropole."
Lewitscharoff wurde 1954 in Stuttgart geboren. Dort legte sie 1972 das Abitur ab. An der Freien Universität Berlin studierte sie Religionswissenschaft und schloss mit dem Magister-Grad ab. Ihr literarischer Durchbruch gelang ihr 1998 mit dem Roman "Pong", für den sie mit dem angesehenen Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschien 2009 ihr Roman "Apostoloff". Lewitscharoff lebt seit dem Jahr 2000 ausschließlich vom Schreiben. Der "Berliner Literaturpreis" ist mit 20.000 Euro Preisgeld dotiert, zusätzlich wird ein Stipendium in Höhe von 10.000 Euro zur Förderung der weiteren literarischen Arbeit vergeben. Die Stiftung Preußische Seehandlung zeichnet damit Schriftsteller aus, deren Werk einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur geleistet hat. Mit der Auszeichnung ist eine Berufung auf die "Heiner-Müller-Professur für deutschsprachige Poetik" am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin verbunden. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die Nobelpreisträgerin 2009 Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer und Dea Loher.
LESUNGEN in Berlin
In Berlin gibt es täglich eine Vielzahl von Lesungen. Bitte haben sie Verständnis dafür, dass wir hier nur ausgewählte Termine veröffentlichen können. Sie können uns gerne ihren Lesungstermin zur Veröffentlichung mailen. Benutzen sie dazu bitte dieses Formular
Krimilesungen
11.03.2010: 1. Berliner Krimimarathon
Das Syndikat lädt alle Freunde des gepflegten Vergehens, der bewussten Widrigkeit und des gedanklichen Abmurksens ungeliebter Zeitgenossen mit literarisch Verwerflichem zum 1. Berliner Krimimarathon ein.
Sieben Autorinnen und Autoren präsentieren ihre aktuellen Kriminalromane oder ihre neusten mörderischen Geschichten.
Mit von der Partie die Mörderischen Schwestern Anja Feldhorst und Petra A. Bauer.
Es lesen außerdem: Bernd U. Schwenzfeier, Wolfgang Schüler, Lothar Berg, Stephan Hähnel, Veit Etzold. Dazu gibt es Musik von Martin Zwingmann.
Wo: Freiraum, Buchholzer Strasse 5, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg
Wann: Donnerstag, 11. März 2010 um 20:00 Uhr
Abendkasse: 6,- Euro, Gästeliste: 5,- Euro; hier können Sie sich in die Gästeliste eintragen: www.wortmotive.de/veranstaltungen/
und etwas im Umland von Berlin:
12.03.2010: Ella Danz auf der Brandenburgischen Frauenwoche
Lesung mit Ella Danz aus „Rosenwahn“ im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche
Wo: Stadtbuchhandlung Radwer, Bahnhofstraße 11, 15711 Königs Wusterhausen
Wann: Freitag, 12. März 2010 um 19:00 Uhr - Eintritt frei!
HANS-JÜRGEN SCHATZ LIEST ERICH KÄSTNER
Im Bruckner Foyer des Renaissance Theaters
Ein Querschnitt durch die \"Gebrauchslyrik\" für Erwachsene
Termin: 13.3.2010 Weitere Infos
MEIN VATER GOTTFRIED BENN
Eine Lesung mit Otto Sander und Sandra Breitmeyer
Termin: 24.4.2010
Ort: Renaissance Theater >Weitere Infos
Sex - von Spass war nie die Rede
die Lesereihe im BKA mit Volker Surmann (Hg.), Uli Hannemann, Sebastian Lehmann u. Sarah Schmidt
15. März / 20 Uhr / Berlin - weitere Termine am 19. April und am 17. Mai. (wechselnde Autoren)
BKA-Theater, Mehringdamm 34, 10961 Berlin
Berliner Bahnen von Horst Bosetzky (-ky)
Der bekannte Krimiautor Horst Bosetzky outet sich in seinem knapp 300 Seiten umfassenden Werk „Berliner Bahnen“ als absoluter Fan des schienengebundenen Nahverkehrs in der Spreemetropole. Liebevoll schildert er Geschichten rund um die Menschen, die früher und heute mit den Berliner Bahnen unterwegs waren und sind.
Als kleiner Junge erwachte bereits die große Liebe zu Straßenbahnen in Horst Bosetzky. Mit der Straßenbahn ging es zur geliebten Oma quer durch die Stadt und zu anderen spannenden Zielen. Neben den Erlebnissen bei diesen Fahrten werden auch technische Details beschrieben, die vor allem älteren Berlinern noch in liebevoller Erinnerung geblieben sind. Zum Beispiel das „Abklingeln“ kurz vor der Weiterfahrt, das kraftraubende manuelle Weichen stellen oder das „Ritzenschieben“.
Natürlich kommen in Bosetzkys lesenswertem Werk auch die U-Bahnen und S-Bahnen nicht zu kurz. Die Berliner S-Bahn ist für den Autor nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern ein Lebensgefühl. Mit ihr ging es zur Lehre, zur Arbeit und in die Uni. Kenntnisreich und sehr kurzweilig schildert Bosetzky Strecken und Bahnhöfe von S- und U-Bahnen, widmet sich nebenbei auch humorvoll der Typologie von Wartenden und zurückbleibenden Fahrgästen auf den Bahnhöfen.
Das Buch ist eine Fundgrube für alle Fans des Berliner Bahnverkehrs.
Erschienen bei dtv
Dezember 2000
282 Seiten, einige historische Fotos, 10 Euro
Sarah Kuttners erster Roman "Mängelexemplar"
Sarah Kuttner - Foto: Florian Kolmer
(be) Der erste Roman Kuttners beschäftigt sich mit schwerer Kost: Depressionen und Panikattacken. Sehr kenntnisreich werden in jugendlich flotter Sprache die Leiden der Protagonistin Karo geschildert. Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, überdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Sie steckt mitten in einer von Depressionen und Panikattacken beherrschten Lebensphase. Es passieren Dinge mit der eigentlich lebenslustigen jungen Frau, die für sie nur schwer einzuordnen sind und vor denen es über einen langen Zeitraum kein Entrinnen mehr geben wird. Die Erlebnisse zwischen Mutter, (Ex-)Freund, Therapeutin und scheiternden Beziehungen werden für meinen Geschmack zu zwanghaft humorvoll geschildert. Doch gut, die Zielgruppe dieses Romans dürften auch eher jüngere Leser sein.
Cover des Buches
Die in verschiedenen Rezensionen diskutierten Spekulationen, ob es sich bei dem Roman von Sarah Kuttner um ein zumindest in Teilen autobiografisches Werk handelt, sind nicht wirklich wichtig. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Themen Panikattacken und Depressionen überhaupt einmal in einem Roman thematisiert werden. Unter diesen Erkrankungen leiden heute immer mehr Menschen, auch Jugendliche. Die Ursachen herauszufinden ist für Ärzte und Therapeuten extrem schwierig und ein langer Prozess. Mit anderen Menschen über ihre Leiden zu sprechen, fällt vielen Betroffenen zu Recht immer noch schwer, denn Depressionen und Angstattacken gelten nach Ansicht vieler Nichtbetroffener als Schwäche oder eine Art Unfähigkeit, mit dem Leben klar zu kommen.
Karo glaubt nach Monaten mit Antidepressiva und vielen Therapiestunden ihre Erkrankung relativ gut überwunden zu haben. Sie setzt die Tabletten ab, doch plötzlich und heftig melden sich Panik und Depressionen wieder. Der Roman schildert eindrücklich und bewegend ihren Krankheitsverlauf, dessen Ursachen leider nicht so einfach zu diagnostizieren sind wie zum Beispiel ein gebrochenes Bein.
Ein empfehlenswertes Buch, das zur Beschäftigung mit den Themen Angst und Depression anregt und einen realistischen Einblick in die Leidenswelt der Menschen erlaubt, die damit zu kämpfen haben. Christoph Becker
Sarah Kuttner "Mängelexemplar" Roman
ca. 240 Seiten, gebunden, ca. 14,90 Euro; 26,90 sFr; ISBN: 978-3-10-042205-7
Sarah Kuttner ist in Berlin geboren. Nach dem Abitur an der John-Lennon-Oberschule folgten Praktika bei Presse und Rundfunk. Später Moderationen bei VIVA, MTV und in der ARD. Vor ihrem Romandebut erschienen bereits zwei Kolumnensammlungen von ihr.

Sonderseiten zum Thema Krimistadt Berlin
Krimistadt Berlin
In Berlin leben viele Krimiautorinnen und Autoren und die Stadt ist oft auch Handlungsort in Kriminalromanen. Wir bieten ihnen einige hoffentlich interessante Informationen über Krimis aus Berlin. Dazu gibt es ca. 77 Minuten Audiobeiträge zum Thema. (be) >>>
Die Autorinnenvereinigung 13 Schwestern
Interviews mit Autorinnen und Autoren
Aktuelle Berlin-Krimis
Krimi-Tips




