Berliner Mischung - Tips

Natur beim Dorf Lübars

"Draußen" beim Dorf Lübars

Berliner Grün

Für seine großen und breiten Boulevards wie Unter den Linden oder Kurfürstendamm sowie für seine urbanen Zentren wie den Potsdamer Platz ist Berlin weltweit bekannt. Doch fernab des städtischen Trubels zeigt die Metropole auch ein ganz anderes Gesicht – das der ländlichen Idylle. Ein alter Dorfanger mit Kirche, kleinem Schulgebäude und Feuerwehrgerätehaus, einstöckige Bauernhäuser und Stallungen, umgeben von weiten Feldern, Wiesen und Pferdekoppeln – so präsentiert sich etwa das im Nordosten gelegene Lübars, das letzte noch weitgehend erhaltene Dorf Berlins, das seinen ländlichen Charme bis heute bewahrt hat.

Schweine in der Suhle und Hühner auf dem Mist, Gartenbau und Ackerwirtschaft sowie ein kleiner Hofladen: Das Freilichtmuseum Domäne Dahlem ist ein ziemlich normaler Bauernhof – nur eben, dass er einen U-Bahn-Anschluss hat und die Besucher hier täglich die Hofarbeit direkt miterleben können. Zudem ist eine agrarhistorische Sammlung zu besichtigen.

Einer Reise ins Mittelalter kommt der Besuch des Museumsdorfs Düppel im Südwesten der Stadt gleich: In dem Nachbau einer dörflichen Siedlung aus dem 13. Jahrhundert ist alles originalgetreu den historischen Vorbildern nachempfunden. In den Gärten rund um reetgedeckte Häuschen wachsen heute selten gewordene mittelalterliche Pflanzenarten. Freiwillige führen Handwerkskunst wie Töpfern oder Schmieden vor, und die speziell zurückgezüchteten Düppeler Weideschweine toben durchs Freilandgehege.

Die Berliner Weiße, ein obergäriges, leicht spritziges Bier, meist mit Himbeeroder Waldmeistersirup versetzt, ist eine der bekanntesten und typischsten Berliner Spezialitäten. Doch an der Spree wird auch Wein angebaut – obwohl die geografische Lage der Stadt dies nicht gerade vermuten lässt, schließlich befindet sich Berlin auf dem gleichen Breitengrad wie London. Da der Berliner Wein nicht in Geschäften zu kaufen ist und auch in keinem Restaurant ausgeschenkt wird, ist er besonders exklusiv – er wird ausschließlich durch die Bezirksämter an Jubilare oder Ehrengäste verschenkt und nur gelegentlich, bei besonders reicher Ernte, gegen eine Spende abgegeben. Schon seit 1968 gedeiht etwa der Kreuz-Neroberger an den Hängen des Kreuzbergs, und die Wilmersdorfer Rheingauperle wächst sogar, ganz dem städtischen Umfeld angepasst, auf den Rängen der Nordkurve im Stadion Wilmersdorf am Hohenzollerndamm. „Drei Kilometer nördlich des Bundeskanzleramtes“, so heißt es auf den Etiketten, nämlich im Humboldthain, stehen die Reben für den einzigen Hauptstadtsekt. Auch wenn das Winzertum an der Spree Tradition hat, wie Straßennamen wie Weinbergsweg (Mitte), Weingartenweg (Spandau) und Weinstraße (Friedrichshain) verdeutlichen – gekeltert werden die Hauptstadttrauben heute im süddeutschen Raum.

Bonbons aus Berlin

In der "Bonbonmacherei" kann man bei der Arbeit zusehen

Kaufbar, Anna Blume, Curry & Kunst

Ein Café ist ein Café und ein Laden ein Laden… Was eigentlich logisch klingt, gilt in Berlin nicht immer – hier haben viele Kleinunternehmer gerade mit außergewöhnlichen Mischkonzepten Erfolg. Bei Kauf dich glücklich im Stadtteil Prenzlauer Berg (www.kaufdichglücklich.de) beispielsweise gibt es duftende Waffeln und hausgemachtes Eis in vielen Sorten – aber auch buntes Plastikspielzeug sowie kitschige Accessoires aller Art. Der besondere Clou: Fast die gesamte Café-Einrichtung, wie Stühle, Lampen und sogar die Bilder an den Wänden, ist – wie in einem Second-Hand-Laden – käuflich. Ähnlich symbiotisch funktioniert die Kaufbar in Friedrichshain (www.kaufbar-berlin.de) als Mischung zwischen Möbelgeschäft, Café und Bar. Die Inneneinrichtung – ob Vollholz aus den 40ern oder Plastik-Disco-Style der 70er, ob Esstisch oder Zuckerdose – kann der Besucher gegen Entgelt direkt mit nach Hause nehmen. Kunst für Currywurstfreunde bzw. Currywurst für Kunstfans bietet der einzigartige Galerie- Imbiss Curry & Kunst (Rosenthaler Str. 50) und auch das Anna Blume (www.cafe-anna-blume.de) setzt auf two-in-one: Im Café-Restaurant gibt es leckere Frühstückskreationen, hausgemachte Kuchen und Torten sowie saisonale Speisen. Der angeschlossene Blumenladen hinterlässt florale Spuren in der Raumdekoration, in Form von Salbeiblüten oder Rosencroutons aber auch auf den Tellern. Antike Möbel aus China und der Mongolei unter einem Dach mit einer italienischen Espressobar, mediterranen Köstlichkeiten und südländischen Weinen machen wiederum das Konzept des Ludaccio (Yorckstr. 76) aus.

Alte Handwerkskunst gibt es bei der Bonbonmacherei zu bewundern, wo im zuckrig duftenden Souterrain süße Leckereien wie grüne Maiblätter oder saure Drops nach alten und neuen Rezepten direkt über dem Feuer gekocht und verkauft werden (www.bonbonmacherei.de). Edle Schokoladenkreationen aus eigener Herstellung erwarten Liebhaber in der Schokoladenmanufaktur von In’t Veld (www.intveld.de). In zwei Geschäften in Berlin werden die Leckereien mit rund 500 weiteren Produkten anderer Edel-Schokoladen-Hersteller angeboten und lassen Gourmets und Naschkatzen das Herz höher schlagen. Traditionell geht es auch bei Harry Lehmann zu, wo seit 1926 lose Parfums nach Gewicht angeboten werden. Kunden können die Düfte aus den 50 offenen Thekenflaschen entweder selbst kombinieren oder auf die Hausmischungen des Parfumeurs vertrauen.

Parfum aus Berlin

"Parfüm nach Gewicht" hat auch einen speziellen Berlinduft

Originelle Museen

Alte Gaslaterne

Einmalig in Europa ist das Gaslaternen-Freilichtmuseum an der Straße des 17. Juni im Tiergarten, das vom fünfarmigen Kandelaber im wilhelminischen Prunkstil bis zur modernen Hängeleuchte aus Dublin die interessantesten Gaslaternen aus zwei Jahrhunderten versammelt. http://www.berlinerverkehrsseiten. de/gaslaternen/museum/museum.html

Mehr als 180 Museen und Sammlungen hat die deutsche Hauptstadt vorzuweisen – deutlich mehr als Regentage pro Jahr. Neben Kulturschätzen von Weltformat tummeln sich dort auch einige Kuriositäten – etwa im Museum der unerhörten Dinge: Das Fell eines Bonsaihirsches, der Einschlag eines Gedankenblitzes oder Schrauben, die 1939 irgendwie an einem Flugzeugabsturz in Peru beteiligt waren, gehören zu den Artefakten, die dort ihre Geschichten erzählen – überaus charmant und spannend, wenn auch nicht immer ausschließlich an der Wahrheit orientiert.

Voll und ganz wissenschaftlich geht es hingegen im medizinhistorischen Museum der Charité zu. Hier werden anatomisch-pathologische Präparate menschlicher Organe, von Krankheitsbildern und Fehlbildungen, vorgeführt – ein dreidimensionales Medizinlehrbuch der leicht gruseligen Art.

Nicht das Abnorme, sondern das ganz Alltägliche steht in anderen Häusern im Mittelpunkt: So lässt das Gründerzeitmuseum im Gutshaus Mahlsdorf das Berliner Leben um 1890 wieder auferstehen. Eine komplett mit Originalstücken versehene herrschaftliche Wohnung hat Charlotte von Mahlsdorf, Transvestit und lokales Original, dort zusammengetragen. Ein weiteres Highlight ist die vollständig erhaltene Einrichtung der Zillekneipe Mulackritze aus dem Scheunenviertel, inklusive Tresen, Werbe- und Verbotsschildern sowie der frivolen Hurenstube.

Ebenfalls in die Vergangenheit, allerdings in die sozialistische Wohnkultur der DDR von 1986, versetzt die Museumswohnung WBS 70 ihre Besucher – „Good Bye Lenin“ lässt grüßen: Im sanierten Hellersdorfer Plattenbau wurde eine 61 Quadratmeter große Dreiraumwohnung mit historischem Mobiliar und Accessoires des täglichen Lebens ausgestattet, vom Spanplattenschrank über die Tapete mit Gräserdekor bis hin zur Reiseschreibmaschine. http://www.stadtundland.de/33_Museumswohnung.htm

Das gesamte 20. Jahrhundert und seine Alltagskultur, versinnbildlicht in industrieller Massenware oder kunstgewerblich designten Nutzgegenständen, zeigt wiederum das Werkbundarchiv Museum der Dinge – ob es die Kugelwaschmaschine ist, Inflationsgeld von 1923 oder ein zahntechnischer Röntgenapparat aus dem Jahre 1907.
Und auch ein Alltagsprodukt, das man sich täglich in den Kaffee rührt, hat in Berlin sein eigenes Haus: Das Zuckermuseum im Wedding erzählt und dokumentiert anhand einer weltweit einzigartigen Sammlung die spannende Kulturgeschichte von Zuckerrohr bis Zuckerrübe.

Wissenswertes rund um die Nutzung der Kulturpflanze Hanf in aller Welt vermittelt das skurrile Hanfmuseum im Nicolaiviertel (www.hanfmuseum.de). Das Stille Museum zeigt zwar bildende Kunst, möchte allerdings in erster Linie zur Kontemplation einladen und Besucher dazu auffordern, sich mit sich selbst zu befassen (www.das-stille-museum.de).

Cafe Sorgenfrei in der Goltzstraße

Cafe Sorgenfrei in der Schöneberger Goltzstraße

Leckerer Kuchen und 5oer Jahre-Flair

Überaus leckeren Kuchen kann man im Cafe Sorgenfrei zu sich nehmen. Darüber hinaus gibt es in dem kleinen Laden in der Schöneberger Goltzstraße 50er Jahre Interieur zu sehen und zu kaufen. Die ganze Goltzstraße mit ihren Läden, Bars und Restaurants ist übrigens einen Besuch wert. Einfach zum Beispiel bis U-Bahnhof Nollendorfplatz fahren und dann in die Maaßenstraße über den nahen Winterfeldtplatz (jeden Mittwoch von 8 Uhr bis 13 Uhr und jeden Samstag bis 15 Uhr gibt es hier den größten Gemüse- und Wochenmarkt Berlins) in die Goltzstraße laufen.

Restaurants in der Schöneberger Maaßenstrasse

In der Maaßenstraße

Mit der Freundin nach Berlin

Berlin für Freundinnen (btm) Ob Frauen in Mode schwelgen, sich rundum verschönern lassen oder auf den Spuren großer Stil...

Bio in Berlin Biosupermärkte, Velotaxen, Solarenergie, Biohotels und vieles mehr. Wer ökologisch leben und handeln möchte, findet in Berlin zahllose Angebote. Wir haben einige Tips für Sie.

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