Filmstadt Berlin
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Die 60. Berlinale zu Gast im Eva-Lichtspiele
In Anwesenheit von Regisseur und Schauspieler Hark Bohm wurde am Sonnabend, dem 20. Februar 2010 im Rahmen der Berlinale der Film "Die Ehe der Maria Braun" von Rainer Werner Fassbinder gezeigt. Hanna Schygulla konnte wegen anderer Berlinale-Verpflichtungen nicht anwesend sein. Und so nahm sich Hark Bohm ausführlich Zeit, dem Publikum über die Filmarbeit mit Rainer Werner Fassbinder zu berichten. Bohm hatte 1979 selbst in dem Faßbinder-Film mitgespielt.
Am späten Abend wurde dann vor ebenfalls ausverkauftem Haus der Film "Die Fremde" gezeigt. Anwesend waren Filmpate Sebastian Schipper (Schauspieler und Regisseur), sowie die Regisseurin Feo Aladag und zwei ihrer Jungdarsteller. Schade, das auch hier die Hauptdarstellerin Sibel Kekilli fehlte. Es hätte die Berlinale goes Kiez-Veranstaltung erheblich aufwerten können, wenn auch die Haupdarsteller den Weg ins Kiez gefunden hätten. Hanna Schygulla hatte beispielsweise fest zugesagt und dann im letzten Moment aber abgesagt. Kinochef Karlheinz Opitz fand das verständlicherweise sehr enttäuschend, zeigte sich aber insgesamt zufrieden mit "seinem" Berlinaletag.
Das engagierte Bezirkskino Eva-Lichtspiele komplett ausverkauft zu sehen, erfüllte mit Freude.
Wowereit zieht positive Bilanz der Berlinale
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zieht eine positive Bilanz der 60. Berlinale. Wowereit erklärte zum Abschlusstag des Filmfestivals: "Das Jubiläum der Berlinale hat die Bedeutung Berlins als erstrangiger Filmstadt wieder einmal unter Beweis gestellt. Jeder, der es miterlebt hat, wird die heitere, interessierte Stimmung sowohl beim Publikum als auch bei den prominenten Besuchern aus der internationalen Filmwelt bestätigen können. 270 000 verkaufte Eintrittskarten belegen: Die Berlinale ist und bleibt das weltweit größte Publikumsfestival. Das alle Berlinerinnen und Berliner und die vielen Berlinale-Gäste sich die Filme in den Kinos der Stadt ansehen können, bedeutet neben den positiven wirtschaftlichen Effekten für die Stadt auch: "Die Berlinale hat eine herausragende kulturpolitische Bedeutung." Wowereit stellt besonders die Rolle von Festival-Direktor Kosslick heraus: "Das die Jubiläums-Berlinale wieder ein derart riesiger Erfolg für die Filmstadt Berlin war, ist vor allem sein Verdienst. Er hat in diesem Jahr die Berlinale noch mehr in die einzelnen Stadtbezirke und damit zu den Menschen gebracht. Er ist das Gesicht des Festivals und ihm gebührt ganz besonderer Dank."
Zur diesjährigen 60. Berlinale waren rund 19.000 Fachbesucher, darunter 4000 Journalisten, zu Gast. Mit etwa 1000 Filmvorführungen hat die Berlinale ihren Ruf als Publikumsfestival bestätigt. Die 392 gezeigten Filme der Berlinale 2010 kamen aus 58 Ländern, darunter 84 aus Deutschland oder mit deutscher Beteiligung. Auch die Medienregion Berlin-Brandenburg hat sich erfolgreich präsentiert. Unter den 16 von der Medienboard Berlin-Brandenburg geförderten Filmen sind auch die 3 Wettbewerbsbeiträge "Der Ghostwriter" von Roman Polanski, "Shekarchi" von Rafi Pitts und "Na Putu" von Jasmila Zbaniæ. Ein Schwerpunkt in Berlin als deutscher Kinohauptstadt war das Thema "Kino", dem sich u.a. die Berlinale Keynotes mit Stararchitekt Sir Norman Foster sowie die "Berlinale goes Kiez" widmeten. (lpd)
Eva Lichtspiele - 100jähriges Bezirkskino
Die "Eva Lichtspiele" gelten mit der Eröffnung 1912 unter dem Namen "Roland Lichtspiele" als ältestes Filmtheater im Bezirk Wilmersdorf. In den 20er Jahren, nach einem Umbau und der gleichzeitigen Umbenennung des Kinos in den heutigen Namen, wurden hier die Filme auf Vorschlag des Betreibers mit Musikbegleitung präsentiert - zuerst durch eine Violinistin und später durch ein ganzes Orchester, das durch den Einbau eines zweiten Vorführapparates pausenlos im Einsatz war.
Glücklicherweise blieb das Kino während des Zweiten Weltkrieges nahezu unbeschadet, so dass der Kinobetrieb durchgehend aufrechterhalten werden konnte und noch heute viele Einzelheiten des Gebäudes (wie z.B. der schöne elegante Neonschriftzug an der Fassade) auf die lange Kinogeschichte der "Eva Lichtspiele" hinweisen.
Vor drei Jahren hat Karlheinz Opitz das Bezirkskino übernommen. Kleine Umbauten, Renovierungsarbeiten und technische Verbesserungen wurden seitdem in dem kleinen Familienbetrieb vorgenommen, die dem charmanten Kino gut getan haben. Opitz gelingt es, durch eine vielseitige Filmauswahl das Publikum für sich zu gewinnen. Auch die schon lange bestehende Reihe "Der alte deutsche Film" wird von ihm fortgeführt und erfreut sich großer Beliebtheit.
Seit September 2008 gibt es im Eva-Kino auch Vorführungen im Rahmen des "Spatzenkinos". (Filme für Kinder ab vier; nähere Infos auch unter www.spatzenkino.de
Eva Lichtspiele
Blissestraße 18
10713 Berlin
Website des Kinos mit Programm und Kartenreservierung
Karlheinz Opitz vor seinen "Eva-Lichtspielen"
Interview mit Kinochef Karlheinz Opitz
Tour durch die Filmstadt Berlin
Zu einer einzigen Filmkulisse gerät die Stadt bei der „Filmstadt Berlin“-Tour, die zu den Originalschauplätzen von Kinohighlights wie dem oscarprämierten „Das Leben der Anderen“ (2005), „Lola rennt“ (1998) oder dem Kinderbuch-Klassiker „Emil und die Detektive“ (1931) führt. Das „rollende Kino“ gibt so einen Einblick in die lange Tradition Berlins als Dreh- und Produktionsort – und zeigt zugleich, wie sich die Schauplätze im Laufe der Zeit verändert haben. (www.videobustour.de).






