Gedächtniskirche
Der alte Turm der Gedächtniskirche ist bedroht
Die Schäden an dem weltweit bekannten Wahrzeichen für Frieden und Versöhnung sind besorgniserregend. Zwei Sachverständigengutachten ergeben, dass besonders die Natursteinfassade, die den aus Ziegelsteinen errichteten Turm umschließt, angegriffen ist. Die Steine sind rissig, die Fugen locker und durchlässig. Festgestellt wurde zudem eine sich "in Teilen lösende Natursteinvorsatzschale". Auch an den Ziegelsteinmauern, die als Innenmauern konzipiert waren und seit der Bombenzerstörung des restlichen Teils der Kirche frei liegen, wurden erhebliche Mängel festgestellt. Die Turmruine ist gegen Wind und Regen sehr viel weniger geschützt, als ein vollständiges Gebäude. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ruine durch den Straßenverkehr auf Kudamm und Budapester Strasse und die in nur sehr geringer Entfernung verlaufende U-Bahn ständigen Erschütterungen ausgesetzt ist.
"Wenn jetzt im Winter Wasser in die schadhaften Fugen und Steine eindringt und dann bei Frost gefriert, könnte das Eis die Steine auseinandersprengen", warnen Baufachleute. „Eine akute Gefährdung von Passanten liegt noch nicht vor, aber keiner kann sagen, wie die nächsten Winter verlaufen und wann es dazu kommt, dass Gefahren durch möglicherweise herabstürzende Teile entstehen“, berichtet Pfarrer Germer über die Sorgen von Gemeinde und Stiftung. „Eine umfassende Sanierung des Turms ist unumgänglich und muss so bald wie möglich erfolgen. Dafür sprechen auch wirtschaftliche Gründe, denn Sachverständigengutachten ergeben eine rapide Zunahme der Schäden und weisen darauf hin, dass die Sanierungskosten von Jahr zu Jahr steigen werden. Wenn wir die Sanierung hinausschieben, wird sie so teuer, dass die Mittel dann überhaupt nicht mehr aufgebracht werden können“, sagt Pfarrer Germer weiter.
Man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass der Zustand des alten Turms der 1895 eingeweihten und 1943 ausgebombten Kirche bedenklich ist. Ersichtlich zeigen die vier in den 60er-Jahren angebrachten Uhren mitunter unterschiedliche Zeiten, und sind die Treppen innen dringend erneuerungsbedürftig. Nachdem die letzte Sanierung vor 25 Jahren stattfand, sind die Stahlbetondecken, die den Turm von innen stabilisieren, inzwischen rostig und dringend sanierungsbedürftig. Auch die Regenfallrohre und die Blitzschutzanlage müssen erneuert werden.
Spätestens im kommenden Jahr müsse mit einer Rundumsanierung begonnen werden. Baufachleuten zufolge müssen sämtliche Fugen herausgelöst und mit Spezialmörtel verschlossen werden. Bereits die Einrüstung des 68 m hohen alten Turms wird Kosten von rund einer halben Million Euro verursachen. Weder die Kaiser-Wilhelm- Gedächtnis-Kirchengemeinde noch die Stiftung "Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche" sind in der Lage, die erforderlichen Sanierungskosten aufzubringen. Das Gründungskapital der Stiftung aus dem Jahr 1904 wurde mit der Inflation im Ersten Weltkrieg wertlos, die Gemeinde hat kein Geld für die Sanierung übrig und muss sogar schon ihre zweite Pfarrstelle aus Spenden finanzieren, die Landeskirche hat bereits mitgeteilt, dass sie über keine Sondermittel für einen Sanierungsfall in dieser Größenordnung verfügt.
Quelle: Gedächtniskirche
Für Spenden zur Rettung des alten Turms wurde ein Spendenkonto eingerichtet:
Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Berliner Bank
Kontonummer: 2 780 780 000
BLZ 100 200 00
Für Überweisungen aus dem Ausland:
IBAN: DE87 1002 0000 2780 7800 00
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