Museumsinsel

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Im Vestibül des Neuen Museums - Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Generaldirektion, Foto: Achim Kleuker

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Ein Juwel für die Museumsinsel

(btm) Nach der feierlichen Wiedereröffnung des Neuen Museums am 16. Oktober 2009 können Besucher erstmals seit 70 Jahren wieder alle fünf Museen der Museumsinsel besichtigen. Von 1843-1855 erbaute Friedrich August Stüler (1800-1865) das Neue Museum als zweites Haus des Museumsensembles. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt und blieb danach als Kriegsruine erhalten.

1997 wurde der britische Architekt David Chipperfield mit dem Wiederaufbau des Museums beauftragt, dessen Entwurf ein „behutsames Weiterbauen“ anstelle einer originalgetreuen Rekonstruktion vorsah. Chipperfield hat die originale Bausubstanz und Reste der ehemals prunkvollen Ausstattung mit einer klaren, modernen Architektur ergänzt. Die Spuren der Beschädigungen und damit die Geschichte des Hauses bleiben erkennbar.

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Nofretete zieht um - Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Generaldirektion, Foto: Achim Kleuker

Die Schöne ist angekommen

Die Büste der Nofretete ist im Oktober 2009 unter äußerster Vorsicht und unter Aufsicht der Direktorin des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung, Frau Dr. Friederike Seyfried, aus dem Alten Museum in das Neue Museum gebracht worden. Der Ablauf des Umzugs fand entsprechend modernster Prinzipien der präventiven Konservierung statt. Neben Wissenschaftlern des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung waren daran Wissenschaftler des Rathgen-Forschungslabors der Staatlichen Museen zu Berlin sowie der TU Berlin beteiligt. Sie hatten vor und während des Transports unter anderem schwingungsmechanische Messungen vorgenommen, um den Umzug der Büste in einer klimatisierten Kiste so schonend wie möglich durchführen zu können. Für die Besucher und Besucherinnen des Neuen Museums wird Nofretete nach der Wiedereröffnung am 17. Oktober 2009 im Nordkuppelsaal zu besichtigen sein. Mit ihrem neuen Aufenthaltsort kehrt sie an ihren ursprünglichen Ausstellungsort auf der Museumsinsel Berlin – das Neue Museum – zurück.

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Das Neue Museum - Foto: Becker

Was es zu sehen gibt:

Das Neue Museum zeigt nun die Sammlungen des Ägyptischen Museums und der Papyrussammlung sowie einen Teil der Sammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte und der Antikensammlung. Die weltberühmte Büste der Nofretete wird in der Nordkuppel aufgestellt, von wo aus sie durch den Niobidensaal, den Bacchussaal und den Römischen Saal in die Südkuppel blickt. Dort werden zwei monumentale Statuen der späten römischen Kaiserzeit aus dem ägyptischen Alexandria ihren Blick erwidern.

Auch das Museum für Vor- und Frühgeschichte bietet spektakuläre Exponate, wie z.B. einen bronzezeitlichen Goldhut und die Troja-Sammlung Heinrich Schliemanns. www.smb.museum

Das Neue Museum Berlin

Mit der Eröffnung des wiederaufgebauten Neuen Museums wird ein weiterer Teil der Berliner Museumsinsel im neuen Glanz der Öffentlichkeit übergeben. Das von Friedrich August Stüler zwischen 1843 und 1855 errichtete Neue Museum stellt sowohl als Teil der Gesamtanlage der Museumsinsel als auch als Einzelbauwerk ein herausragendes Werk des Museumsbaus des 19. Jahrhunderts dar und gehört mit dem gesamten Ensemble zum UNESCO Weltkulturerbe.

Mit der Schlüsselübergabe an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am 5. März 2009 begann die Inanspruchnahme des wiederhergestellten Museumsbaus für die in ihm vor der Zerstörung beheimateten Sammlungen der ägyptischen Altertümer und der Vor- und Frühgeschichte Europas. Die Staatlichen Museen zu Berlin werden die Originale der einstmaligen Vaterländischen Sammlung - heute als Museum für Vor- und Frühgeschichte bekannt - und die einstmalige Ägyptische Sammlung - heute als das Ägyptische Museum und Papyrussammlung weltbekannt – an ihrem ursprünglichen Berliner Ausstellungsort auf der Museumsinsel sorgfaltig bewahren und kulturgeschichtlich angemessen ausstellen.

Der von Friedrich Wilhelm lV., König von Preußen, befohlene Bau des Museums hat eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Im Jahr 1841 wurde mit dem Bau des Museums begonnen. Dazu wurden als Fundament mit einer eigens aus den Vereinigten Staaten importierten Dampframme 2344 Pfähle in den Berliner Boden getrieben. Fünf Jahre später wird vom Wilhelm von Kaulbach und zahlreichen anderen Künstlern des Berliner Spätklassizismus mit der Ausgestaltung der fertiggestellten Räume begonnen. 1850 eröffneten die ersten Abteilungen des Neuen Museums. In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Umbauten und Erweiterungen am Museum vorgenommen. Zwischen 1943 bis 1945 verursachten dann Bomben schwere Zerstörungen.

Pläne zum Wiederaufbau des Neuen Museums wurden ab 1985 in Angriff genommen, 1997 erhielt der Architekt David Chipperfield den Auftrag für den Wiederaufbau und 2003 konnte endlich mit der Umsetzung der gewaltigen Aufgabe begonnen werden.


Kritik am Konzept des Wiederaufbaues

Das Konzept der baulichen Veränderungen beim Wiederaufbau, sowie die Tatsache, vorhandene Schäden der Vergangenheit sichtbar zu lassen, rief Kontroversen hervor. Kritisiert wird der Wiederaufbau des Museums in der vorliegenden Form besonders von der Gesellschaft Historisches Berlin e.V.. Der Besucher würde von „zusammengekleisterten Trümmerresten des Originals“ empfangen, die am Wiederaufbau beteiligten Fachleute hätten „nichts von der Entwurfsidee Stülers verstanden“ und „für die unglaublich hohe Summe von 233 Millionen Euro wurde eine künstliche Ruine geschaffen“, so die Gesellschaft. Auch die Initiative Volksbegehren „Rettet die Museumsinsel“ übte Kritik an der Form des Wiederaufbaus des Neuen Museums, stellte aber im Juli 2007 die Arbeit ein.

(Quellen: be; smb; ghb)

Ausführliche Infos zum Ausstellungskonzept im Neuen Museum

Archiv-Audiobeitrag

Nach dem Verlassen des Museums haben wir im März 2009 Besucher spontan um ihre Meinung gebeten. Das Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage können sie hier hören.

Außerdem: Infos zum Ausstellungskonzept

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Die Museumsinsel

Im Herzen Berlins entsteht das größte Universalmuseum der Welt. Die Sanierung und Umgestaltung der Museumsinsel mit ihren fünf Monumentalbauten ist das ehrgeizigste Kulturprojekt der Bundesrepublik.

Bis zum Jahr 2010 soll die Museumsinsel, seit 1999 Weltkulturerbe, in neuem Glanz erstrahlen. Rund 1,5 Milliarden Euro sollen bis dahin investiert werden. (btm)

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