Berliner Bäume
Bäume auf dem Gendarmenmarkt
Berlin verliert zu viele Bäume
(be) Berlin genießt den Ruf einer sehr grünen Stadt. Die Zahl der Bäume beträgt schätzungsweise ca. 425.000. Bäume beruhigen nicht nur durch ihr Grün, sondern sie sind auch extrem wichtig für das Klima in unserer Stadt. Bäume filtern CO2 aus der Luft und produzieren Sauerstoff. Außerdem filtern sie Feinstaub aus der Luft und verbessern das Stadtklima. Die verbreitetste Baumart in Berlin ist die Linde.
Berlin läuft nun Gefahr, seinen Ruf als grüne Stadt schleichend zu verlieren. Seit nunmehr zehn Jahren werden in der Hauptstadt mehr Bäume gefällt, als nachgepflanzt. Berlin verliert so, nach Angaben der Naturschutzorganisation BUND, jedes Jahr cirka 2000 Bäume. Mal sind es Baumfällungen an einer U-Bahntrasse, mal Bäume am Landwehrkanal und ständig kommen neue Hiobsbotschaften dazu. So sollen zum Beispiel an der Straße Unter den Linden wegen der geplanten U-Bahnbauarbeiten 300 Linden gefällt werden. Die Fällung von 140 Ahornbäumen auf dem Gendarmenmarkt konnte durch Bürgerproteste verhindert werden. Viele Berliner sind beim Thema Bäume sehr aufmerksam und schnell formiert sich Protest.
Wenn beispielsweise auf dem Mittelstreifen einer Wilmersdorfer Straße fünf Bäume auf einmal gefällt werden, macht mich das als Bürger stutzig. Ich rufe bei der zuständigen Behörde an und frage nach. Die Bäume waren krank, in ihrer Standfestigkeit bedroht heißt es. Nein, die Bäume würden nicht ersetzt, das wäre auf schmalen Mittelstreifen in Zukunft nicht mehr vorgesehen. In erster Linie liegt es dann wohl auch sehr am Geld, denn als aufmerksamer Internetsurfer lese ich auf einer Seite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dass „auf Grund der zurzeit angespannten Haushaltslage nur begrenzt Haushaltsmittel für Neupflanzungen zur Verfügung stehen". Berlin sägt also bildhaft am eigenen Ast. Um wenigstens etwas gegen den Baumschwund zu tun, wird immerhin angeregt, Geld zu spenden.
In Berlin werden mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt
Sonderprogramm für Bäume gefordert
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) stellt auch in seinem neusten Baumreport für die Jahre 2008/2009 fest, dass Berlin massiv Straßenbäume verliert. Im Detail fällt die Bilanz noch erschreckender aus. In den letzten fünf Jahren wurden 24.700 alte, ökologisch wertvolle und gestaltende Bäume gefällt und nur 15.500 junge nachgepflanzt. Der Trend von rd. 2.000 Verlusten pro Jahr hält damit seit 2005 ungemindert an. Besonders
alarmierend ist die Situation in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf (-2.248), Pankow (-1.999) und Steglitz-Zehlendorf (-1.795).
Es gibt aber auch Lichtblicke. Der Bezirk Mitte, so der BUND; hat in den letzten fünf Jahren 1.132 Bäume mehr gepflanzt als gefällt. Eine leichte Trendwende gegenüber 2005-2007 ist in den Bezirken Kreuzberg-Friedrichshain (+138) und Neukölln (+166) zu verzeichnen. Jedoch reichen diese Zuwächse längst nicht aus, die Verluste der letzten Jahre auszugleichen.
Die Naturschutzorganisation fordert deshalb vom Senat ein Sonderprogramm für neue Bäume. Nach eigenen Berechnungen würde ein solches Sonderprogramm ca. 16 Millionen Euro kosten. Damit der Straßenbaumbestand auch dauerhaft aufrechterhalten werden kann, benötigen die Bezirke im Durchschnitt 500.000 Euro mehr pro Jahr, um die Bäume zu pflegen und zu erhalten. Mit seiner Kampagne „10.000 neue Bäume für Berlin" wird der BUND
zusammen mit Bürgern und Bürgerinitiativen Druck für ein solches Sonderprogramm machen.
„Wir fordern eine aktive Baumschutzpolitik vom Senat. .... Das System gefährdet unseren Baumbestand, es muss unbedingt grundlegend umgelenkt werden. Unser Ziel ist, bis zum Frühsommer 10.000 Berlinerinnen und Berliner zu gewinnen. Für jeden neuen Baum einen Unterstützer", so Christian Hönig vom BUND.
Quellen: be; Wikipedia, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Infomaterial des BUND
| Stadtbäume haben es generell schwer. Die Erde in der sie wachsen ist meist extrem verdichtet. Urin von Hunden und die Schädigung durch Tausalz machen ihnen besonders zu schaffen |
Prächtige Allee in Zehlendorf
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