Botanischer Garten
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Energiesparendes Tropenparadies
(be) Nach einer dreijährigen Grundsanierung erhält Berlin endlich sein Großes Tropenhaus wieder. Viel hat sich im Inneren auf den ersten Blick nicht verändert, eine Umgestaltung des Tropenparadieses stand auch nicht im Vordergrund, sondern die bauliche und technische Erhaltung und Modernisierung des 1905-1907 erbauten Gebäudes, das immer noch eines der größten freitragenden Gewächshäuser der Welt ist.
Der insgesamt desolate Zustand des Hauses erforderte 2007 ein schnelles Handeln. Rostende Stahlträger, alte rissige Acrylglasscheiben und eine total unbrauchbare Klimatechnik boten für die wertvollen Pflanzensammlungen keine guten Bedingungen mehr und machten das Haus zu einem absoluten Energiefresser.
Die Grundsanierung des Großen Tropenhauses war für die beteiligten Planer und die durchführenden Firmen eine große Herausforderung. Nach einer aufwendigen Auslagerung von 4000 Pflanzen in andere Gewächshäuser oder eigens provisorisch errichtete Quartiere konnten die Bauarbeiten beginnen.
Foto: (von rechts nach links) Prof. Dr. Stevens, Abteilungsleitung Garten und Herbar, Friedhelm Haas, Generalplaner Grundsanierung, Prof. Dr. Borsch, Direktor des Botanischen Gartens, Simone Kroschewski, Projektleiterin, Dr. Michael Krebs Sonderbeauftragter Grundsanierung und Henrike Wilke, Gärtnermeisterin Gewächshäuser.
Während der Grundsanierung wurden die Stahlträger des Tropenhauses sandgestrahlt und erhielten danach mehrere neue Farbschichten als Schutz. Neue Fassadenelemente mit integrierter Fassadenheizung wurden montiert, in die dann besonders lichtdurchlässiges Wärmeschutzglas eingesetzt wurde. Eine moderne Lüftungstechnik, geschickt untergebracht in zwei als riesige Urwaldbäume getarnte Umlufttürme, sorgt für eine optimale Umverteilung der Wärme. So konnte man eine Halbierung der Energiekosten erreichen, die als eines der Hauptziele der Grundsanierung definiert war. Berlins Tropenhaus ist nun nach der Sanierung das modernste Haus der Welt.
Die 17,8 Millionen Euro teure Grundsanierung des Großen Tropenhauses wurde aus dem Umweltentlastungsprogramm (UEP) gefördert, das von der Europäischen Union über den Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land Berlin (Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz) kofinanziert wird. Weitere Mittel stammen aus der Hochschulbauförderung (HBFG) des Bundes und der Länder, von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin sowie von der Freien Universität Berlin.
Das neubepflanzte Große Tropenhaus vermittelt nun wieder die globale Tropenvielfalt. Das Pflanzkonzept dieses Gewächshauses gleicht einer begehbaren Landkarte. Über 1350 Pflanzenarten präsentieren die Pflanzenwelt der Tropen Amerikas, Afrikas, Asiens und der Ozeanischen Inseln. Zur Wiedereröffnung des Tropenhauses am 16. September 2009 wurde neben einem neu gestalteten Eingangsbereich auch ein neues Leit- und Informationssystem für die Besucher präsentiert.
Der Botanische Garten
Eine Oase im Trubel der Metropole ist das "Grüne Juwel", der Berliner Botanische Garten - ein Pflanzenparadies von Weltrang. Der Garten kann auf eine über 300-jährige Tradition zurückblicken. 1679 wurde auf Anordnung des Großen Kurfürsten auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg ein landwirtschaftlicher Mustergarten angelegt, der sich im Laufe der Zeit zu einem Botanischen Garten im eigentlichen Sinne entwickelte. Nachdem er dort über 200 Jahre bestand, wurde er um die Jahrhundertwende (1897-1910) aus Platzgründen nach Dahlem verlegt.
Gang durch die Gewächshäuser - Kakteensammlung
22.000 Pflanzenarten
Heute umfaßt der Botanische Garten Berlin-Dahlem eine Fläche von über 43 ha und gehört somit zu den größten und bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt. Ca. 22.000 verschiedene Pflanzenarten werden hier kultiviert. In der 13 ha großen Pflanzengeographischen Abteilung und den über 6000 qm umfassenden Gewächshäusern können sich die Besucher auf eine botanische Reise rund um den Globus begeben. Im 14 ha großen Arboretum und der Systematischen Abteilung warten Einblicke in die verwandtschaftlichen Beziehungen bei Gehölzen und krautigen Pflanzen. Diese artenreichen Lebendsammlungen stellen zusammen mit den Sammlungen dauerhaft präparierter Pflanzen und der reichhaltigen Bibliothek die Grundlage der wissenschaftlichen Arbeit über Artenvielfalt und Lebensformen der Pflanzen dar.
Das imposante Große Tropenhaus, 1906 gebaut, ist immer noch einer der weltweit größten Glas-Stahlbauten. Es wird bis zum Ende des Jahres 2009 modernisiert.
Der Botanische Garten eröffnet den Besuchern die Möglichkeit, sich zu erholen, die Schönheit der pflanzlichen Vielfalt zu genießen und nebenbei auch noch das eigene Wissen über die Pflanzenwelt zu erweitern. (be)
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Strauchpfingstrosen





