Natur in Berlin

Berlin ist die grünste Großstadt Deutschlands, d.h. hier gibt es mehr innerstädtische Wälder, Parks und Anpflanzungen als anderswo. Für die sprichwörtliche "Berliner Luft" sorgen vor allem innerstädtische Parks wie der Tiergarten, der Botanische Garten und der Zoologische Garten, der der artenreichste und flächenmäßig größte Europas ist.

Neu im Naturkundemuseum: Biopolis - Wildes Berlin

Der Alexanderplatz als Brutrevier für Wanderfalken, Fledermäuse im Wasserwerk, Wildschweinrotten im Vorgarten, Füchse vorm Kanzleramt – die deutsche Hauptstadt ist eine wahre Biopolis. So vielfältig sich das Leben in Berlin zeigt, so verschieden sind auch die Reaktionen der Städter auf die oft unerwarteten Kontakte mit den Wildtieren in der Stadt. Zusammen mit dem Naturfotografen Florian Möllers zeigt das Museum für Naturkunde mit der Sonderausstellung „Biopolis – Wildes Berlin“, die Hauptstadt von ihrer wilden Seite und auch, warum die Begriffe Biodiversität und Polis (Metropole) zu Recht miteinander verschmelzen dürfen.

Mit dem Naturfotografen Florian Möllers zeigt das Museum für Naturkunde ab dem 8.11.2011 die Sonderausstellung „Biopolis – Wildes Berlin“; eine Ausstellung, die die Großstadt als Lebensraum und das damit oft angespannte und manchmal auch heikle Verhältnis im Zusammenleben von Mensch und Tier thematisiert. Emotionale, aber auch kontroverse Aspekte stehen hierbei im Vordergrund.

Prägendes Element der Ausstellung sind 4 Panoramaboxen: große begehbare Räume, die im innern Situationen aufnehmen, in denen der Stadtmensch eher unerwartet mit „Natur“ in Berührung kommt. Außen zeigen die Boxen mehrere Fotostrecken, die Geschichten von Mensch und Tier in der Stadt erzählen. Insgesamt werden mehr als 250 Fotos gezeigt, welche zu einem großen Teil mit dem Buch »Wilde Tiere in der Stadt« von Florian Möllers und Josef Reichholf in Verbindung stehen (erschienen im Knesebeck-Verlag und gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung). Die Panoramaboxen werden ergänzt durch Präparate von Wildtieren, die in Berlin häufig anzutreffen sind. Diese Präparate wurden von den Präparatoren des Museums für Naturkunde speziell zu dieser Ausstellung angefertigt. So können u.a. Fuchs, Wildschwein, Wanderratte und Waschbär aus nächster Nähe besichtigt werden. Die Panoramaboxen werden durch Interview-Audioinstallationen und diverse Raumsounds ergänzt.

In den deutschen Städten und ganz besonders in Berlin verbirgt sich eine ungeheure Artenvielfalt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ausgerechnet in Ballungsgebieten und Großstädten finden Tiere eine Insel des Friedens und der Sicherheit. Anders als es oft in ländlichen Gegenden der Fall ist, finden Tiere in der Stadt im Städtebewohner einen zwar artenfremden, ihnen aber durchaus wohl gesonnenen Nachbarn, der staunend beobachtet statt zu jagen, mitunter bei der Nahrungsbeschaffung hilft und dessen Bauwerke einen willkommenen Schutz bieten. Dazu gestaltet der Städtebewohner sein Umfeld gern mit selbst geschaffenen „Landschaften“ wie Parks, Gärten und Friedhöfe – oder sorgt gerade durch das Nicht-Gestalten auf Brachen und Bahntrassen für eine besonders vielfältige und abwechslungsreiche Vegetation. Besonders die deutsche Hauptstadt ist aufgrund ihrer Geschichte auch eine Hauptstadt der wilden Tiere. Hier findet der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke plötzlich ein Brutrevier am Alexanderplatz oder ganze Fledermausfamilien einen Ort zum Überwintern in den Katakomben der Zitadelle Spandau. Doch auch angespannte Verhältnisse entstehen dabei: nicht jeder schätzt die enge Nachbarschaft mit Wildschweinen, die Tulpenzwiebeln ausgraben und Mardern, die ihre Reviere nebst darin parkender PKWs gegen Reviereindringlinge verteidigen.

Sonderausstellung vom 8. November – 26. Februar 2012 im Berliner Naturkundemuseum

Tiergarten und Potsdamer Platz

Blick von der Siegessäule zum Potsdamer Platz

Berlin, die grüne Stadt

Schon beim Anflug empfängt Berlin seine Besucher mit einem faszinierenden Landschaftsbild aus weiten Seen, Parks und Wäldern. Mehr als ein Drittel des Stadtgebietes besteht aus Parks, Wald und Wasser. Der größte See ist der Müggelsee mit 750 Hektar Wasserfläche. (Foto oben: Der Himmel über der Berliner Havel)

Durch die Stadt zieht sich eine Kette von Seen wie z.B. Tegeler- und Wannsee, die durch ein System von Flüssen (Havel und Spree) und Kanälen verbunden sind. Spree-Athen verfügt bekanntlich über mehr Brücken als Venedig. Der Berliner kann Nord- und Ostsee direkt mit dem Boot erreichen.

Blick über den Berliner Wannsee

Himmel über der Berliner Havel

Viele kleine Parks verbessern Stadtklima

Berlin (pte) - Nicht ein einzelner großer Park schafft ein gutes Klima in den Städten, sondern mehrere kleine. Zu diesem Schluss kommen Klimatologen von der Technischen Universität Berlin (TUB). Das Forscherteam um Dieter Scherer vom Institut für Ökologie sucht anhand von Fallstudien nach Lösungen zur Bewältigung der Hitzeproblematik in Städten.

"Für das Klima einer Großstadt ist ein Netzwerk aus Parks mit mittleren und kleineren Grünflächen am besten", so Scherer im pressetext-Interview. "Wenn sich kleine Parks über eine Metropole verteilen, können sie die warme Luft tropischer Sommernächte nämlich viel besser abkühlen als wenige große." Allerdings müsse auch eine kleinere Grünfläche eine Mindestgröße von einem Hektar aufweisen, damit sie eine "abkühlende" Wirkung auf die umliegenden Häuser habe.

Im Park des Schloss Charlottenburg

Im Park des Schloß Charlottenburg


Was Scherer in seiner Berechnung miteinbezogen hat, sind die "tropischen Nächte", die in mitteleuropäischen Großstädten während der Sommermonate immer häufiger auftreten. Dort heizt die Sommersonne an heißen Tagen den Beton kräftig auf. "Am schlimmsten wirkt sich das in den engen Straßenschluchten aus."

Während Freiflächen gerade einmal fünf Prozent der von der Sonne eingestrahlten Energie speichern, halten dicht bebaute Städte am Morgen erst einmal die Hälfte der Wärme fest, später sinkt dieser Wert auf 25 bis 30 Prozent. "Für die Großstadtbewohner ist das Problem während der Tageszeit nicht akut, dafür aber nachts, wenn die Wände die am Tag gespeicherte Energie wieder abstrahlen und eine kräftige Abkühlung nach Sonnenuntergang verhindern", so Scherer. In Städten wurden während solcher Sommernächte Temperaturen gemessen, die teilweise um acht Grad höher lagen, als im Umfeld, berichten die Berliner Forscher.

Ähnliche Themen

Berlin von oben Der Stadt einmal auf die Dächer schauen. Wir sagen, wo es geht.

Berlin per Rad In Berlin ist das Rad eine echte Alternative zum Auto und zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir haben zahlreiche interessante Tips für Sie.

Berlin-av vernetzt: