Stadtbiotop Fennsee

Idylle mitten in der Großstadt

(be) Mitten in Wilmersdorf trifft man zwischen Blissestrasse und Stadtautobahn auf eine beeindruckende Idylle: den Fennsee. Frösche quaken, ein Bussard kreist über den Bäumen. Von einem ins Wasser gestürzten alten Baum aus pirscht sich ein Graureiher an ein paar Fische heran, im Hintergrund schmettern mehrere Nachtigallen ihr typisches Lied. All das kann man mit etwas Glück bei einem Spaziergang um den See beobachten. Das sehenswerte Stadtbiotop, keine zwei Kilometer Luftlinie vom Kurfürstendamm entfernt, ist ein beliebtes Erholungsgebiet der Wilmersdorfer. Der See ist nicht natürlichen Ursprungs, er wurde 1903 als Auffangbecken für Regenwasser künstlich angelegt.

Natürlich ist der See trotz der idyllischen Naturbeobachtungen keine heile Welt, es gab und gibt Probleme. Lange Jahre war das wertvolle Stadtbiotop im Sommer eine stinkende Kloake, die Anwohner belastete. Der Hauptgrund dafür ist der Eintrag von verschmutztem Straßenwasser, den der Fennsee aus einem 180 ha großen Einzugsgebiet ertragen muss. Durch die schlechte Wasserqualität setzten Fäulnisprozesse ein, die neben der Geruchsbelastung auch zu einer Gefahr für die Tierwelt wurden. In strengeren Wintern wird darüber hinaus auch soviel Tausalz in den See geschwemmt, dass dieser an vielen Stellen nicht einmal mehr zufriert.

Stadtbiotop Fennsee

Idyllische Blicke auf den See

Ein Pilotprojekt

Das Wilmersdorfer Umweltamt hat deshalb vor einigen Jahren für den See ein Pilotprojekt zur nachhaltigen Verbesserung der Wasserqualität am Fennsee entwickelt. Die nötigen umfangreichen Mittel für dessen Umsetzung gibt es auch aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung.und über das Umweltentlastungsprogramm UEP der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz.

Zu den Sanierungsmaßnahmen für den See, die bis Ende 2010 abgeschlossen sein sollen, gehörte eine bereits abgeschlossene Teilentschlammung und der Bau einer unterirdischen Regenwasserbehandlungsanlage in der Wallenbergstraße, um die Abwässer einer Vorreinigung zu unterziehen. Die fast 100 Meter lange unterirdische Anlage verfügte über einen Grobfilter. Um aber die Filterleistung erheblich zu verbessern, soll erstmalig eine Lamellenfilteranlage zur Regenwasserbehandlung bei den Berliner Wasserbetrieben zum Einsatz kommen. Nach der Fertigstellung wird dieser Lamellenfilter der größte in Europa sein. Die Kosten für die Sanierung haben sich im Laufe der letzten Jahre nach einer Meldung in der Berliner Morgenpost verdoppelt und liegen bei ca. 6,5 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme der Anlage ist nach Auskunft der Berliner Wasserbetriebe für Ende 2009 geplant.

Damit nicht mehr große Mengen Laub ins Wasser fallen können, wurde außerdem der Baum- und Buschbestand um den See reduziert.

Links:
Verbesserung der Gewässergüte
Fotodokumentation