Berliner Architektur

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Neue Architektur in Berlin

(btm) 1989 fiel die Mauer und verursachte nicht nur politisch fundamentale Veränderungen in Berlin. Die „kritische Rekonstruktion", die behutsame, an die Berliner Bautradition angelehnte Komplettierung des durch Krieg und Nachkriegs-Sünden zerstörten Innenstadtkörpers etablierte sich als architektonisches Leitbild für die wieder vereinigte Stadt. Innerstädtische Brachen wurden in traditioneller Blockstruktur, jedoch mit zeitgenössischer Architektur bebaut. Man zeigte wieder Geschichtsbewusstsein, die historischen „magischen Orte", wie die Friedrichstraße, Pariser und Potsdamer Platz erlebten ihre Renaissance und das Wohnen wurde wieder in die Innenstadt zurück geholt.

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Die Berliner Bauverwaltung lud die Weltstars der Architekturszene ein, diesen Prozeß mit zu gestalten und Renzo Piano, Helmut Jahn, Daniel Libeskind, Frank O. Gehry, Jean Nouvel, Aldo Rossi, Giorgio Grassi, Richard Rogers und Norman Foster waren nur einige von vielen Preisträgern in Architekturwettbewerben, die schließlich herausragende Bauten realisieren konnten. Neben dem Münchener Büro Hilmer, Sattler und Albrecht konnte sich durch die Förderung der Berliner Stadtverwaltung, eine traditionsbewusste, gemäßigte moderne Berliner Architekten etablieren: Hans Kollhoff, J.P. Kleihues und sein Sohn Jan, Max Dudler und Jürgen Sawade waren die Namen, die vor allem in der historischen Innenstadt auf vielen Bauschildern der 90er Jahre zu lesen waren.

Mit der Zusammenführung der beiden sich über Jahrzehnte getrennt entwickelten Stadtzentren Ost bzw. West ergab sich vor allem für das historische Berlin mit Brandenburger Tor, Unter den Linden und Gendarmenmarkt die Chance, ihre gemeinsame preußische Tradition wiederzuentdecken. Insbesondere die Westberliner bekamen sozusagen „ihre Geschichte zurück", die Ostberliner konnten endlich den alten „Neuen Westen" am Bahnhof Zoo und Kurfürstendamm als zweites Stadtzentrum entdecken. Die Stadtverwaltung nutzte die einmalige Gelegenheit, die durch die Mauer entstandenen Brachen mit Unterstützung privaten Kapitals in neue Zentren zu verwandeln, wie in der Friedrichstraße, am Potsdamer Platz und jüngst am neuen Hauptbahnhof geschehen. (btm)

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Deutsches Historisches Museum

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