Grüne Woche

Besuch im Schlemmerland
Deutschland in sieben Hallen
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Reise um die Welt kulinarisch
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Der Freistaat bayern auf der Grünen Woche 2012

Der Freistaat bayern auf der Grünen Woche 2012

Besuch im Schlemmerland

(be) Wer die 77. Internationale Grüne Woche besucht, sieht sich nach der Zahlung von 12 Euro Eintritt mit einem riesigen und überwältigenden Informations- und Warenangebot konfrontiert. Ein ganzer Tag reicht für einen Besuch der weltgrößten Agrar- und Verbrauchermesse bei weitem nicht aus, wenn man sich hier und da auch einmal an einigen Ständen vertiefend informieren möchte. Die Sinne werden umgehend angeregt, denn in fast allen Hallen riecht es lecker nach irgendwelchen Köstlichkeiten.

Unser Rundgang startet am Eingang Masurenallee. Es geht direkt in die deutschen Hallen hinein. Ja, Hallen, denn die langjährig durchgehaltene Präsentation der Bundesländer in einer einzigen Halle wurde zugunsten einer deutschen Straße aufgegeben, die sich über mehrere Hallen erstreckt. Und das ist auch gut so. Hier ist nun genug Platz für großzügige Auftritte. Und wie es erfolgreich geht, zeigt uns zum Beispiel der Freistaat Bayern in Halle 22 b. Informativ, gemütlich und bayerisch stimmungsvoll ist der bayerische Auftritt, unserer Meinung nach einer der schönsten der diesjährigen Grünen Woche. Darauf ist auch Oberregierungsrat Georg Hausl stolz: „Die Vorbereitung unseres Messeauftritts hat ein dreiviertel Jahr gedauert und mehrere hunderttausend Euro gekostet." Hausl lobt das professionelle Engagement aller Mitarbeiter, die zum Teil im Unterhaltungsbereich sogar ohne Bezahlung tätig sind. Stolz ist man auch auf die gläserne Küche, wo sich jeder Besucher von der Sauberkeit ein Bild machen kann. Volkstanzgruppen, Musiker und eine tolle Stimmung machen die Bayernhalle zu einem absoluten Anziehungspunkt.

Sandgebäck in einer schicken "Märkischen Sandbüchse"

Sandgebäck in einer schicken "Märkischen Sandbüchse"

Regionales aus Brandenburg

Auch die Brandenburghalle hat uns gut gefallen, denn hier ist es gemütlich und die Farben und Präsentationen der einzelnen Hersteller sind gelungen. Man kann sich gut über die regionalen Spezialitäten Brandenburgs informieren. An einem Sonnabend herrscht natürlich absolutes Gedränge und man braucht schon Geduld um sehr langsam durchzukommen. Zum Beispiel, um Spargelschnaps aus dem Spreewald zu probieren oder sich mit Sandgebäck aus einer hübschen „Märkischen Sandbüchse" zu versorgen. Die Schmuckdose sieht sehr hübsch aus und eignet sich gerade im Friedrichjahr auch gut als Geschenk.

Die Begeisterung für die Gestaltung der Berliner Halle hält sich echt in Grenzen, sie ist uns einfach optisch zu nüchtern und wenig einladend geraten. Schade. Am Stand von Berliner Honig lernten wir aber leckeren Honig aus Berlin kennen. Die junge Gründerin und Geschäftsführerin Annette Mueller imkert seit zwei Jahren und betreut Bienenvölker in Wilmersdorf sowie im Umland. Berlinerhonig.de ist eine Vertriebsgemeinschaft von Berliner Imkern. Wussten Sie übrigens, dass die kleinen geflügelten Schwerstarbeiter für ein kleines Glas Honig rund 16.800 Kilometer fliegen müssen? Keine Ahnung, wer diese Berechnung gemacht hat, eindrucksvoll ist die Zahl aber auf jeden Fall. Da es in Berlin viele Linden gibt, ist die Sorte „Berliner Linde" auch eine der berühmtesten. (Wo es den Berliner Honig gibt, finden Sie hier)

Annette Mueller mit Honig aus Berlin

Annette Mueller mit Honig aus Berlin

Schafe, Ziegen und Ferkel

Beliebtes Highlight ist natürlich in jedem Jahr die große Tierhalle. In diesem Jahr stehen in einer Sonderschau Schafe und Ziegen im Mittelpunkt. Außerdem sieht man prächtige Tiere des Simmentaler Fleckviehs und niedliche Ferkel zweier Schweinerassen. Man möchte eigentlich zum Vegetarier werden, wenn man in die Augen der einzelnen Tiere blickt. Vielleicht regt der Besuch der Tierhalle ja den einen oder anderen Fleischkonsumenten dazu an, sich mehr Gedanken darüber zu machen, woher unser Fleisch eigentlich so kommt und unter welchen Bedingungen die Tiere vielfach gehalten werden. Man sollte einfach bewusster einkaufen und die höheren Preise durch weniger Fleischkonsum kompensieren. Interessant sind übrigens auch die Informationen über bedrohte Haustierrassen, in der Tierhalle durch das „Deutsche Sperber Huhn" vertreten.

Ferkel mit Mama Sonja. Rasse: Pietrain

Ferkel mit Mama Sonja. Rasse: Pietrain

Blumen und Bio

Die Internationale Blumenhalle der Grünen Woche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Blumenhalle im Wandel" und präsentiert zehntausende Pflanzen und Blüten in Form einer im Wandel befindlichen begrünten Baustelle. Ein riesiges Baugerüst darf da nicht fehlen, genauso wie begrünte Baugeräte, Sandhügel oder ein riesiger Richtkranz unter der Hallendecke. Uns hat dieses Konzept der Blumenhalle gefallen. Orchideen werden gezeigt und man kann sich über Kleingärten, deren Nutzung und Bedrohung informieren. Tipps für die Gartenarbeit und den Gemüseanbau gibt es auch noch dazu.

Bio boomt nach wie vor, daran ändern auch die Bioskandale der jüngsten Zeit nichts. In der Biohalle der Grünen Woche findet sich eine reiche Auswahl an Bioprodukten. Das Dorf Brodowin ist u.a.vertreten. Es gibt Bioschokolade, Biokaffee, Brot, Gewürze, Gemüse und vieles mehr. Vielleicht möchte man in der eigenen Küche mit Kalaharisalz würzen oder aber Topinambur neu kennenlernen. Die süßlich wohlschmeckende Pflanze kann man beispielsweise zum gemischten Salat geben oder aber gedünstet essen. Alternativ wird sie auch als Süßungsmittel eingesetzt.

Volkstanzgruppe beim Partnerland Rumänien auf der Grünen Woche

Volkstanzgruppe beim Partnerland Rumänien auf der Grünen Woche

4o Jahre bei der Grünen Woche

Das Partnerland Rumänien ist übrigens seit fast vierzig Jahren auf der Grünen Woche vertreten. In der eigenen Halle werden nach eigenem Bekunden Nischenprodukte angeboten. Käse, Fleisch, eingelegtes und vieles mehr. Die rumänische Präsentation ist sehr gelungen und mit Musik, Volkstanz und Kunsthandwerk auch sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet.

Seit 25 Jahren ist auch Norwegen auf der Grünen Woche vertreten. Elchfleisch, Meerestiere und Hochprozentiges gehört zu den Angeboten, die man als Nordlandfan so schätzt.

Wer es exotisch liebt, kann am australischen Stand Kängurufleisch und Krokodilpfanne probieren.

Fazit:
Die Grüne Woche ist zu Recht eine der beliebtesten Publikumsmessen. Mit ihrer Blütenpracht und Atmosphäre ist sie ein Highlight in der dunklen und nasskalten Jahreszeit. Das man aber kaum noch irgendetwas probieren kann, ohne gleich für winzige Kostproben mit einem oder gar zwei Euro zur Kasse gebeten zu werden, erscheint uns einfach zu teuer.

Blumendekoration am Stand der Niederlande

Blumendekoration am Stand der Niederlande

Unsere Audiobeiträge zur Grünen Woche



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Berliner Honig
Märkische Sandbüchse
Bayern
Murray Small Legs
Pommern-Mühle
Brodowin
Bedrohte Haustierrassen
Rumänien
Trachten Schaumburg

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