Miss Preussen
Mutter, Medienstar und Mode-Ikone
Königin Luise (1776–1810) ist die populärste Frau der preußischen Geschichte und neben Friedrich dem Großen die herausragende Persönlichkeit der Hohenzollern-Dynastie: jung, schön und liebenswert. Sie war sie ein Glücksfall für die reformbedürftige Monarchie. Ihr früher Tod und ihre kulthafte Verehrung machten sie zum "Medienstar" des 19. Jahrhunderts. Anlässlich ihres 200. Todestages steht die "Königin der Herzen" im Mittelpunkt vielfältiger Aktivitäten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Drei Ausstellungen und ein umfangreiches Begleitprogramm präsentieren verschiedene Facetten Luises an ihren historischen Wohnorten und Wirkungsstätten, dem städtischen Schlossbereich Charlottenburg, auf der Pfaueninsel und im ländlichen Schloss Paretz. Die Projekte auf der Pfaueninsel und im Schloss Paretz beleuchten spezifische Aspekte der Person Luises aus kulturhistorischer und zeitgenössischer Sicht.
Während sich im Sommer auf der Pfaueninsel Gegenwartskünstler in ihren Werken konzeptionell mit dem außergewöhnlichen Ort und dem dortigen Aufenthalt der königlichen Familie auseinandersetzen, widmet sich die Paretzer Ausstellung der Kleidung Luises im Kontext der Mode und des Schönheitsideals ihrer Zeit.
Auch heute sind Leben und Wirken Luises von erstaunlicher Aktualität. Im Leben wie im Nachleben werden ihr die Rollen der perfekten Mutter, Königin, Ehefrau und Schönheitsidol zugeschrieben undfür moralische oder politische Propagandazwecke eingesetzt. An Luise lässt sich exemplarisch zeigen, wie auf der Schwelle zur Moderne erstmalig - bereits vor Sisi, Evita Perón oder Princess Diana - eine Mythenbildung politischstilisiert und instrumentalisiert wird. Mit dem allgegenwärtigen "Luisenkult" wird erst im Zuge des Zweiten Weltkrieges gebrochen. Aber noch heutegilt "Alle lieben Luise."
Den Auftakt des Gedenkjahres und gleichsam die Einführung in das Thema bietet die Hauptausstellung "LUISE. Leben und Mythos der Königin". Sie findet in den Sonderausstellungsräumen des Schlosses Charlottenburg statt und schließt die zu diesem Anlass authentisch eingerichtete Luisenwohnung im Neuen Flügel, das restaurierte Mausoleum und die Luiseninsel im Schlossgarten mit ein.
DIE AUSSTELLUNGEN:
"Luise. Leben und Mythos der Königin"
Berlin, Schloss Charlottenburg – Neuer Flügel und Mausoleum
6. März–30. Mai 2010
Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch sowie Freitag–Sonntag: 10–18 Uhr
Dienstag: 12–18 Uhr
Donnerstag: 12–21 Uhr
Letzter Einlass jeweils 1/2 Stunde vor Schließzeit
Eintritt: Ausstellung Neuer Flügel, Wohnräume und Mausoleum: 12 Euro / ermäßigt 10 Euro
Familienkarte: 24 Euro (2 Erwachsene, 3 Kinder).
Gruppenführungen: pauschal 160 Euro (max. 25 Personen)
inkl. Audioguide in dt. + engl. sowie Audioguide für Kinder für Ausstellung, Schloss, Garten und Mausoleum.
Jahresticket für alle drei Luisen-Ausstellungen (gültig für jeweils einen Besuch) 20 Euro / ermäßigt 15 Euro.
Ausstellungsführer
"Luise. Leben und Mythos der Königin."
Ca. 130 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen
Herausgeber: SPSG
9,95 Euro
ISBN: 3-910068-00-6
"Luise. Die Inselwelt der Königin"
Berlin, Pfaueninsel
1. Mai–31. Oktober 2010
Öffnungszeiten:
Pfaueninsel: Mai–August täglich 8–21 Uhr, September und Oktober täglich 9–19 Uhr
Schloss: Di–So von 10–18 Uhr, letzter Einlass 17:30
Parkgebäude und Meierei: täglich 10–17 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr
Eintritt: Inselticket (Pfaueninsel, Parkgebäude, Meierei und Fähre) 5 Euro / ermäßigt 4 Euro
Gruppenführungen: Pfaueninsel inkl. Eintritt Parkgebäude, Meierei, Schloss und Fähre: pauschal 120 Euro (max. 20 Personen)
Ausstellungsführer
"Luise. Die Inselwelt der Königin."
Ca. 120 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen, Herausgeber SPSG
9,95 Euro
und ausserhalb von Berlin in Paretz:
"Luise. Die Kleider der Königin"
Paretz, Schloss und Schlossremise
31. Juli – 31. Oktober 2010
Öffnungszeiten: Di–So von 10–18 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr
Eintritt: Schloss und Schlossremise: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
(Presseinfo SPSG Berlin-Brandenburg)
Foto: Gustav Richter, 1879, Öl auf Leinwand; Wallraff-Richartz-Museum – Fondation Corboud, Köln
© Rheinisches Bildarchiv Köln




